Geschichte

Hägi Wendls. Das ist der Hausname. Er geht auf Wendelin Längle zurück, dessen Sohn Petrus 1820 vom Hägi-Rank in Buchebrunnen nach Muntlix gezogen ist. Dort hat er für seine Frau Maria Mittelberger aus Röthis ein damals schon sehr altes Haus gekauft; das Haus Nr. 24. Petrus‘ Sohn Peter hatte wieder einen Sohn: Johann Georg Längle, der Karolina Lampert 1891 heiratete und mit den gemeinsamen zehn Kindern auch in besagtem Haus lebte. Deren Tochter Antonia starb mit 24 Jahren, hinterließ aber eine ledige Tochter: Eleonore Längle, später Schnetzer. Sie ist heute 94 Jahre alt und lebt in der unmittelbaren Nachbarschaft. Das Haus Nr. 24 erbte sie von ihrem Onkel Siegfried Längle. Heute steht das Haus immernoch und ist inzwischen  von Eleonores Tochter Vroni an die Enkelin übergegangen: Silvia.

ca. 1950, Siegfried und Ludwina Längle

Bis über 14 Leute haben hier gleichzeitig gewohnt: Großfamilien, Krippenbauer und Flüchtlinge, Landwirte und Leichenwagenfahrer. In der jetzigen Küche wurde geschlachtet, im Holzlager war früher der Ross-Stall. Der Heuboden ist inzwischen teilweise zum temporären Kulturraum umfunktioniert. Der Erdkeller ist nach vielen Jahren wieder Lager für das eigene Gemüse vom Acker nebenan. Und so sind wir angelangt im Jahr 2020, 200 Jahre nach dem Kauf durch Petrus Längle, und überlegen uns, wie es mit diesem Haus voller Erzählungen und Geschichten weitergehen soll. Wir wollen die Vergangenheit nach vorne übersetzen, dorthin, wo wir jetzt sind: In einer neuen Nachbarschaft, eingebettet in eine Region mit viel Potential und vollbepackt mit Ideen: Manche zum Verwerfen, andere dafür umso genialer.

Und wir?
Wir kommen aus der Gestaltung und aus dem Text, aus der Landwirtschaft und aus der Kultur ebenso. Daraus ergeben sich viele schöne Bereiche, die in eine Renovierung, in einen Umbau hineingedacht werden können. Das Haus Nr. 24 (heute Arkenstraße 5) wartet nach hunderten von Jahren auf seine nächste Adaption ins Notwendige, seine Reduktion zu dem, was es sein soll und gleichzeitig auf ein Weiterdenken seiner Substanz, die nicht nur für uns als Raum und Zuhause fungieren soll. Seit wir über eine Renovierung nachdenken, begleitet uns Martin Mackowitz, mit dem uns eine lange Freundschaft verbindet. Er wird uns auch in dieser Phase als Architekt und gestalterischer Begleiter zur Verfügung stehen.

Wir sind Silvia, Johannes und Junis. Und wir freuen uns, dass wir diejenigen sind, die das nächste Kapitel einer langen Geschichte mitschreiben dürfen. Mit euch und allen anderen Hägi-Wendls da draußen!